Kinderbetreuung beim Umzug
Man liest es in allen Ratgebern: Kinder sollten während des Umzuges besser außerhalb der Wohnung betreut werden.
Der Trubel beim Umzug ist für viele eine große nervliche Belastung.
Auch wenn man Großeltern, andere Verwandte oder gute Freunde zur Hand hat, die das gerne tun,
so müssen die meisten doch spätestens nach dem Umzug in eine andere Region jemanden finden, dem man
mit gutem Gewissen den Nachwuchs anvertrauen mag. Wir haben einige Punkte zusammengestellt, die bei Suche und Auswahl hilfreich sein könnten.
Wo findet man einen Babysitter für oder nach dem Umzug?
An Ihrem alten Wohnort werden Sie meist ein Netzwerk von anderen Eltern haben,
auf das sie zurückgreifen können. Viele haben bereits einen Babysitter und eine
Empfehlung unter Freunden ist die sicherste Suchmethode. Alternativ können Sie über Aushänge an
Universitäten oder in der Nachbarschaft eine Betreuungsperson in Ihrer Nähe suchen.
Hier haben Sie einen Überblick über alle in Ihrer Umgebung tätigen Kinderbetreuer. Dabei reicht das Angebot von
ausgebildeten Tagesmüttern bis hin zu Schülerinnen, die sich nebenbei etwas verdienen wollen. Wer für Ihre Anforderungen eher
geeignet ist, ergibt sich aus Art und Umfang der Betreuung. Gelegentliches Bewachen eines schlafenden Kindes oder
kurze Betreuungen während eines Arztbesuches oder Ähnlichem schaffen Schüler und Studenten problemlos. Handelt es sich um eine
regelmäßige und langfristige Betreuungsbeziehung, sollten Sie etwas mehr Verbindlichkeit verlangen. Schüler machen
irgendwann Abitur, Studenten kurz vor dem Examen steigen bald ins Berufsleben ein und sind dann unter Umständen nicht
verfügbar. Mehrere Kinder, Kinder mit Behinderungen oder ADHS sollte man nicht einer 15jährigen Schülerin anvertrauen.
Wärme ist bei der Betreuung wichtiger als Referenzen
Dennoch sollten bei der Auswahl Herz und Sympathie entscheiden. Wer statt einer Ausbildung und zahlreichen Betreuungserfahrungen
nur ein warmes Wesen und den kleinen Bruder als Übungsobjekt vorweisen kann, ist vielleicht dennoch der Richtige, wenn Sie und Ihr
Kind ein gutes Gefühl dabei haben. Bedenken Sie, dass Kinder auch oft eine "Aufwärmphase" brauchen und die Kontaktaufnahme auch von
der Tagesform abhängig ist. Machen Sie einen zweiten Termin aus, falls der erste unglücklich verlief. Im Gespräch sollte der
Bewerber Ihnen erklären können, warum er gerne Kinder betreut, welche Erfahrungen er hat und wie die Zusammenarbeit mit den
bisherigen Arbeitgebern verlief.
Sie sollten imm Gegenzug von vornherein klarstellen, wie Sie sich den Umgang mit dem Kind
vorstellen, was die Anforderungen sind und welcher zeitliche Rahmen angedacht ist. Erklären Sie dem Babysitter ruhig, welche
Umgangsweise sie tendenziell erwarten. Haben Sie ein Baby, das im Kinderwagen weint und lieber getragen werden möchte, ist es
angemessen, den Babysitter anzuweisen, dies auch zu tun. Soll ihr Kind um 20 Uhr im Bett sein, weil es sonst morgens nur schwer
aus den Federn kommt, sollte der Babysitter auch in diesem Punkt verlässlich sein. Ob er erfolgreich ist, steht natürlich auf
einem anderen Blatt. Grundsätzlich ist besonders bei jüngeren Kindern ein Babysitter angehalten, die Kinder aktiv zu bespaßen.
Herumsitzen und Aufpassen wird meist nicht ausreichen. Machen Sie einem unerfahrenen Anwärter klar, dass dies mitunter etwas
anstrengend sein kann.
Das erste Mal allein mit dem Babysitter
Nach einer Eingewöhnung, in der ihr Babysitter in Ihrer Anwesenheit das Kind kennenlernt und beide sich beschnuppert haben,
werden Sie beide alleine lassen. Nun ist es wichtig, alle notwendigen Infos übermittelt zu haben.
- Wo sind Sie zu erreichen?
- Wo ist eine zweite Notfallkontaktperson zu erreichen?
- Wo sind Feuerlöscher, Verbandskasten, Medikamente, Rauchmelder?
- Welche Allergien hat das Kind, welche Medikamente muss es einnehmen, wo sind diese zu finden?
- Welche Rituale gibt es, wie wird das Kind in den Schlaf begleitet?
- Was darf das Kind, was darf der Babysitter: welche Räume sind tabu? Sind Fernsehen, Videospielen, Süßigkeiten erlaubt?
- Wo sind Windeln und Wickelzubehör, wo ist Wechselkleidung für das Kind
- Wo befinden sich Mülleimer und Reinigungsmittel?
- Wo ist der Sicherungskasten, wie funktionieren Lichtschalter, Gegensprechanlage, Alarmanlage? Wo sind Kerzen und Taschenlampe?
- Darf der Babysitter rauchen, wenn die Kinder schlafen? Falls ja, wo?
Lassen Sie sich amtliche Papiere (Ausweis und Meldebestätigung) des Babysitters zeigen,
notieren Sie diese und die Telefonnumer und vollen Namen einer Kontaktperson des Babysitters.
Klären Sie auch das Haftungsrisiko. Schüler und Studenten sind meist über die Haftpflicht der Eltern mitversichert.
Haben Sie all diese Punkte geklärt, sollte der Betreuung Ihrer Kinder nichts mehr im Weg stehen.