Renaissance der Innenstadt
[30.04.2008] Großstädte liegen im Trend und entwickeln sich in ihren Einwohnerzahlen günstiger als der Bundesdurchschnitt.
Raus ins Grüne – das war einmal. Großstädter fühlen sich auf hohem Niveau zufrieden, dies ist das Ergebnis des kürzlich von der Corpus Sireo GmbH, Köln, zusammen mit Manfred Nutz vom Geographischen Institut der Universität Köln erarbeiteten "City Report Wohnen" für Frankfurt Rhein/Main 2008.
Die Umfrage belegt den Trend, die Stadt als Wohnort neu zu entdecken, mit Zahlen am Beispiel Frankfurt am Main. Demnach verteuerten sich Frankfurter Eigentumswohnungen im Durchschnitt um 1,4 Prozent auf 2216 pro Quadratmeter (Vorjahr: 2185 Euro/qm), in der Innenstadt dafür um 15 Prozent auf 2536 Euro.
Landflucht trotz steigender Preise in den Innenstädten
Daraus resultiert ein konkreter Wohnungsmangel, der sich besonders in den begehrten Lagen rund um die Frankfurter City niederschlägt, wo die Angebotspreise sowohl bei Eigentumswohnungen als auch bei Einfamilienhäusern mit 2536 Euro/qm, bzw. 395 000 Euro preislich deutlich über dem Durchschnitt liegen. Und trotzdem beobachten Experten eine regelrechte Landflucht trotz steigender Preise für Immobilien in den Innenstädten. Die Flucht „ins Grüne“ hat sich regelrecht umgekehrt, was auch einen dramatischen Einfluss auf die Preise für Eigenheime im Umland zur Folge hat: Einfamilienhäuser standen im Rhein-Main-Gebiet für durchschnittlich 325 000 (Vorjahr: 336 000) Euro zum Verkauf und haben sind damit um 3,4 Prozent verbilligt.
Die Gründe für die Renaissance der Innenstadt als bevorzugte Wohnlage werden zum einen auf die hohen Pendlerkosten zurückgeführt, zum anderen auf die besseren Rahmenbedingungen in den Großstädten.
Trend zur Urbanität
Zu diesem Ergebnis kommt auch eine weitere Umfrage, die im Zusammenhang mit der Urban Audit-Datenerhebung der Europäischen Kommission in den Großstädten der EU und in der Türkei und Kroatien durchgeführt wurde. Besonders die Teilnehmer aus den deutschen und den meisten nordeuropäischen Städten waren entweder auf „hohem Niveau zufrieden“ oder „sehr zufrieden“ mit ihrem Großstadtleben. Auf Platz Eins der zufriedensten Städte liegt übrigens Leipzig mit 98 von 100 Punkten vor Hamburg, Nürnberg, München, Kopenhagen, Krakau und Luxemburg mit 97 Punkten, gefolgt von Stuttgart mit 96 Punkten.
Vorteil Großstadt
Die aufgelisteten Städte gehören alle dem Typus der kompakten europäischen Stadt an, zu deren wesentlichen urbanen Vorteilen kurze innerstädtische Distanzen, eine gute generelle Funktionsmischung und eine großstadttypische Vielfalt gehören. Des Weiteren tragen laut Studie Qualitäten bei, die das Landleben so nicht bieten kann: ein Sicherheitsgefühl im Stadtviertel, die medizinische Versorgung in Krankenhäusern sowie vielfältige kulturelle Einrichtungen wurden hier am häufigsten genannt.
Für Frankfurt am Main geht der Corpus-Sireo-Report von einem Bedarf von 30.000 – 40.000 neuen Wohnungen bis 2020 aus. Die Marktprognose der Gesellschaft geht von einem Nachfrageüberhang aus, der auch durch großflächige Neubaugebiete "nicht vollständig abgebaut werden" könne.
Quelle: u.a.
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