Hartz IV verteuert die Mieten
[14.03.2007] Laut Immobilienverband Deutschland hat die Hartz IV-Reform für einen Anstieg der Mieten, speziell bei den einfach ausgestatteten Wohnungen gesorgt.
Durch eine Mietobergrenze bei der Förderung und den daraus resultierenden Zwangsumzügen von Hartz IV- und Wohngeldempfängern stieg die Nachfrage nach Wohnungen in weniger begehrten Wohnlagen. Die Folge: Die Mietpreise zogen kräftig an, so der Immobilienverband Deutschland in einer Erklärung vom vergangenen Dienstag.
Diese Entwicklung wurde bereits im letzten Jahr deutlich, auffällig hierbei ist der ansonsten stabile Anstieg beim bundesweiten Durchschnitt aller Wohnungen, der bei lediglich einem Prozent liegt. Der Trend werde weiterhin anhalten und ist besonders in Großstädten deutlich zu sehen.
Im Vergleich zum bundesweiten Durchschnitt zeigen einzelne Beispiele den krassen Unterschied zu den Wohnungen in einfachen Lagen mit einfacher Ausstattung. Im sauerländischen Altena stieg die Kaltmiete im vergangenen Jahr um 50 Prozent von zwei auf drei Euro pro Quadratmeter. In Leichlingen bei Köln sind es noch 25 Prozent Erhöhung von vier auf fünf Euro pro Quadratmeter. Düsseldorf und Bergisch-Gladbach liegen bei sieben bis elf Prozent Anstieg.
Für Hartz-IV-Betroffene wird die Suche nach angemessenem Wohnraum dadurch erschwert. Auch in weniger attraktiven Lagen sind Wohnungen nicht mehr innerhalb der Kriterien für die Förderung, zu denen neben der Quadratmeterzahl in erster Linie die Miethöhe zählt.
Hauptkritikpunkt des Immobilienverbands: Die Behörden beachten diese Entwicklung bei der Definition angemessener Miethöhe nicht, obwohl sie sich an den örtlichen Begebenheiten orientieren sollten.
In ganz Deutschland geht der Immobilienverband Deutschland von 500.000 bis 700.000 Menschen aus, die von Zwangsumzügen betroffen sein könnten.
Quelle: u.a.
Net-Tribune